Trabant Motorsport

Das Rennfieber  in der DDR

Rennfahren war ihr Leben und Basteln ihre Leidenschaft. Aus dem Wartburgmotor wurde ein Konkurrenzfähiges Fahrzeug.

Und der Trabant wurde zur Rennpappe umfunktioniert. Mit wenig Geld, aber umso mehr Geschick und Leidenschaft zum Motorsport.

Der Werksrenntrabant  "RS 800"  leistet um die 65 PS

 

Mit einem Fahrzeug, das serienmäßig ganze 26 PS leistet, publikumswirksamen Motorsport zu betreiben erscheint auf den ersten Blick abwegig. Doch in den 50er Jahren waren die Rallye-Fahrzeuge noch nicht so mit PS versehen wie heute. 1957 kam erstmals der P70, Vorgänger des Trabant, bei der Acht-Berge-Rallye in Zwickau zum Einsatz. Das war allerdings nicht das erste Wettbewerbsfahrzeug aus Zwickau, denn vor dem Krieg baute die AUTO-UNION ihre Grand-Prix Rennwagen in der Muldestadt. Diese Rennwagen waren die ersten Formel 1-Autos mit Heckmotor! Zurück zum Trabant, dieser wurde 1958 bei der Ostseebäder-Rallye das erste mal eingesetzt, damals ein P50. Im April 1960 wurde beim VEB-Sachsenring die Werksportabteilung gegründet. Gegen die Konkurrenz (NSU-Prinz, Goggomobil, Lloyd, BMW 600) konnte man sich Anfangs noch behaupten, doch mit der Zeit gestaltete sich das immer schwieriger. So entwickelte man in Zwickau einen Gruppe A - Rallyewagen, den RS 800, der 1986 seine Premiere hatte. Fortan fuhr man bei Internationalen Rallyes nur noch mit dem RS 800. Im Inland vertraute man weiterhin auf den Gruppe N-Wagen da es hier eine Klasse bis 600 ccm gab. Mit dem Ende des VEB-Sachsenring endete auch die Arbeit der Sportabteilung, sie beantragte 1990 eine neue Homologierung für den Trabant 601. So war es möglich das man bis 1995 noch international starten konnte. Seitdem kann man in Deutschland mit dem 601er noch in der Gruppe H bis 600ccm starten.
Aber nicht nur bei Sachsenring fuhr man Rallye, auch viele Motorsportclubs hatten Rallye-Teams. So hatte bei uns in Jena. der heutige 1.MSC Jena e.V. im ADAC bis 1989 ein Rallye-Team mit 6 Gruppe N-Wagen. Diese leisteten zwischen 40 und 45PS.

 
Rallye - Wertungsprüfung
im Stadtzentrum - Zwickau

 
ehemaliges Trabant - Werksteam

 

Renntrabis am Buchhübel in Schleiz

Aber nicht nur bei der Rallye fährt man Trabant.
Seit 1970 kann man Trabanten auch auf den Rennstrecken des Landes bestaunen. Erst nur als Lückenfüller des Rennprogramms gedacht, entwickelten sich die Renntrabis schnell zum Publikumsrenner. Zu verdanken ist dies vielen Bastlern und Tüftlern die ohne Werksunterstützung aus einem 26PS Serienmotor um die 80PS herausholen. Die Fahrleistungen dieser Geschosse sind beachtlich. Im Serien-601er wechselt man, wenn man bei 4200 U/min schaltet, bei 30 in den 2., bei 45 in den 3. und bei 72 km/h in den 4.,Schluß ist mit einem guten Motor bei 120 km/h. Im Renntrabi hingegen schaltet man bei 80 in den 2., bei 105km/h in den 3. und so geht das weiter bis 180km/h. So kam es auch dazu das Helmut Aßman, der Trabantmotorenpapst aus Gotha, auf dem Schleizer Dreieck 1976 mit zwei Vergasern antrat um es der Konkurrenz zu zeigen. Helmut Aßmann gehört auch zu den Leuten die die Trabi-Rennserie nach der Wende zusammenhielten und denen wir es zu verdanken haben das die Renntrabis heute im "Trabant-Lada-Racing-Cup" immer noch fleißig ihre Runden drehen.

 

Quelle: www.trabatini.de

 

Motorsport
Allgemein
Geschichte RS 800
Motorsportclub Zwickau
Rallyeteam H&F
 
Daten
Allgemeine Daten
Trabant P 70
Trabant P 50
Trabant 601er
Trabant 1.1er
Technik
Allgemeine Technik
Motor u. Getriebe
Lenkung und Bremsen
Karosserie
Fahrwerk
Elektrik
Vergaser 28 H1
Motorsport:
Tuninganleitung