Fahrzeug: Trabant 800 RS, Baujahr 1986

Rallye-Werkswagen des ehem. VEB Automobilwerke Zwickau

Motor: 2-Zylinder-Zweitakt
Hubraum: 800 cm³
Leistungen: ca. 47 kW (65 PS)
Getriebe: 5-Gang-Getriebe (Lenkradschaltung)
Historie:
Der Trabant wurde schon in seinen Anfangsjahren (60er Jahre) für sportliche Zwecke eingesetzt und konnte bei Rallyeveranstaltungen nicht nur in der ehem. DDR, sondern auch in Holland, Finnland, Österreich viele erste Plätze belegen. Dabei war sein im Vergleich zu westlichen Fahrzeugen für schlechtere Straßen ausgelegtes Fahrwerk von Vorteil. Anfang der 80er Jahre wurde das Reglement geändert, so daß er in der Klasse bis 1000 cm³ und teilweise in der Klasse bis 1300 cm³ mitfahren mußte, wodurch er hubraummäßig benachteiligt war. Dadurch und durch weitere Tuning-Maßnahmen konnte die Motorleistung auf etwa 65 PS gesteigert werden.
Die wichtigsten Teilnahmen und Erfolge

DDR-Rallyemeisterschaft:

 

    · Rallye Sachsenring 1986 in Zwickau -

Klassensieg bis 850 cm³ / 12. Gesamtplatz

    · Rallye Sachsenring 1988 in Zwickau -

Klassensieg bis 1000 cm³

Rallye-Europameisterschaft:

 

    · Teilnahme an der Rallye Raid Polskie in Polen 1987 und 1989

    · Teilnahme an der Saturnus-Rallye in Jugoslawien 1987 bis 1990

    · Teilnahme an der Rallye Albena in Bulgarien 1989

Rallye-Europameisterschaft:

 

    · 1000 Seen-Rallye in Finnland 1987 -

9.Platz in der Klasse bis 1300 cm³ von 30 Teilnehmern

    · 1000 Seen-Rallye in Finnland 1988 -

4. Platz bis 1000 cm³

    · 1000 Seen-Rallye in Finnland 1989 -

2. Platz bis 1000 cm³
1. Platz Werksmannschaft
3. Platz Nationalmannschaft

Deutsche Rallyemeisterschaft:

 

    · Sachs-Rallye Franken 1990 -

5. Platz in der Klasse bis 1300 cm³
1. Platz Werksmannschaft

Maßnahmen zur Leistungssteigerung:

Abstimmung des Ein- und Auslaß-Systems (bei Zweitaktmotoren die wichtigste Maßnahme), erkennbar an dem großen, kegelförmigen Auspuffaufnehmer. Sportlich interessierte Trabant- Fahrer fragen oft nach den Maßen. Damit ist es jedoch nicht getan. Die Abstimmung muß auf einem Motorenprüfstand vorgenommen werden und es sollte eine Einrichtung zum Indizieren der Druckverläufe im Saug- und Auslaßsystem vorhanden sein. Durch Variation von Kegellänge und Kegelwinkel kann in gewissen Grenzen das Drehmomentmaximum den Bedürfnissen angepaßt werden. Auch die Länge des Ansaugrohres hat darauf Einfluß. Das Einlaßsystem erhielt zwei getrennte Saugrohre und natürlich auch zwei Filter. Von den Filterscheiben aus Gaze konnten mehrere hintereinander angeordnet werden. Mehrere Filterscheiben ergeben eine bessere Filterwirkung, aber auch einen größeren Ansaugwiderstand.
Das Verbindungsrohr zum Vergaser hat einen Nenndurchmesser von 60 mm. Der Rundschiebervergaser (Chikov) hat 63 mm Durchlaß.
Der Vergaser (Motorradvergaser) wird zweckmäßigerweise (schwingungsisoliert) elastisch aufgehängt und so weit wie möglich vor Wärmefluß und -strahlung geschützt.
Die Einlaßkanäle sind poliert und die Einlaßniere ist gegenüber der Serienausführung vergrößert. Mit 5 Kanälen wurden gute Ergebnisse erreicht, die 7-Kanal-Ausführung befand sich noch in der Erprobung.
Das Kurbelgehäuse
hat mit Rücksicht auf die größeren Zylinder eine verbreiterte Auflagefläche. Das Kurbelgehäusevolumen beträgt beim Serienmotor das 2,5fache Hubvolumen, beim Rallye-Motor das 1,5fache. Die Toträume sind klein zu halten. Dazu werden Leichtmetallscheiben an den Hubscheiben der Kurbelwelle angebracht.
Die Kurbelwelle
erhält infolge der größeren Kolbenkräfte größere Rollenlager (2 Rollen mehr).
Der Kolbendurchmesser
kann 80 bis 82 mm betragen. Der Kolbenbolzen hat 18 mm Durchmesser. Um den Totraum im Kolben zu verkleinern werden Füllkörper eingesetzt.
Im Pleuelfluß
werden zwecks besserer Schmierung Öltaschen eingefräst.
Im Drehschieber
werden zur Verminderung der Reibung Teflondichtungen angebracht, die aber nur etwa 2000 km brauchbar sind und dann erneuert werden müssen.
Ein asymmetrischer Brennraum
brachte im Vergleich zum symmetrischen einen kleinen Leistungszuwachs, jedoch war der Motor damit störanfälliger.
Die rotierenden Massen
wurden gegenüber dem Serienmotor verkleinert. Die Schwungscheibe hat bei der Serienausführung eine Masse von 6,35 kg, beim Rallye-Motor 3,5...4 kg.

 

 

 

Motorsport
Allgemein
Geschichte RS 800
Motorsportclub Zwickau
Rallyeteam H&F
 
Daten
Allgemeine Daten
Trabant P 70
Trabant P 50
Trabant 601er
Trabant 1.1er
Technik
Allgemeine Technik
Motor u. Getriebe
Lenkung und Bremsen
Karosserie
Fahrwerk
Elektrik
Vergaser 28 H1
Motorsport:
Tuninganleitung